Was haben Manager mit
Pferden zu tun? Sie nehmen ihre Mitarbeiter an die Kandare, lassen die Zügel
hin und wieder schleifen, versetzen ihre Teams in Trab, halten sich
gegenseitig die Steigbügel und hören oft genug den Amtsschimmel wiehern...
von Gerhard J. Krebs M.A.,
geschäftsführender Gesellschafter
der G&K HorseDream GmbH.
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Niemand glaubt, mehr davon zu brauchen als er hat." Diese Erkenntnis René Descartes'
trifft in leicht abgewandelter Form auch auf Manager bezüglich vorhandener
Führungseigenschaften zu. Die daraus erwachsenden Probleme sind vielschichtig. Schwächen
in der Führung, denen man sich selbst nicht bewusst ist, wirken sich früher oder später
aus. Ziele werden nicht erreicht, Projekttermine platzen, Mitarbeiter sind unzufrieden, der
geplante Karrieresprung geht daneben.
Ein klares, eindeutiges und rechtzeitiges Feedback ist zur eigenen
Standortbestimmung von allergrößter Bedeutung. Aber Pferde als Feedbackgeber?
Führungstraining mit Friesenpferden?
Was in Management-Rollenspielen gegenüber Trainern und Teilnehmern
durch geschicktes Agieren verborgen werden kann, kommt beim Medium Pferd ans Tageslicht:
Unsicherheit, Überheblichkeit, Machtgelüste, Kompromisslosigkeit, Übereifrigkeit,
Arroganz. Auch
wenn ein Manager den einen oder anderen Schwachpunkt in seinem Führungsverhalten ahnt, er
wird ihn ich selbst gegenüber selten zugeben - und anderen gegenüber schon gar nicht.
Wie bekomme ich Manager dazu, ihr unbewusstes Führungsverhalten zu offenbaren, es zu
erkennen und daraus positive Schlussfolgerungen zu ziehen - und das alles ohne Gesichtsverlust?
Pferde sind vorurteilslose, absolut klare Spiegel. Sie akzeptieren
Ehrlichkeit, Vertrauen und Stärke. Sie folgen demjenigen, der weiß wohin er will - und
der von der Richtigkeit seines Weges überzeugt ist. Diese Eigenschaften sind die
Grundlagen des Führungstrainings der G&K HorseDream GmbH auf Gut Klein
Nienhagen, 20 Minuten von den Ostseebädern Kühlungsborn und Heiligendamm
entfernt.
In vier aufeinander aufbauenden Übungen haben die meisten
Teilnehmer den ersten unmittelbaren Kontakt zu Pferden. Und es sind besondere Pferde:
Friesenpferde - besonders groß, besonders dominant, besonders kooperativ. Für die
Teilnehmer gehört eine Portion Mut dazu, sich den Pferden zu nähern.
Es beginnt mit einer Beobachtungsphase der Pferde. Welche
Eigenschaften lassen sich erkennen? Wer ist der Chef der Gruppe? Mit wem würde ich mich
selbst vom Verhalten her am ehesten identifizieren? Bei der Auswertung dieser Übung
zeigen sich Unterschiede in der persönlichen Beurteilung. Nicht der erhabene,
beeindruckende, größte der Friesen ist der Boss. Großes Erstaunen in der Runde. Aber die
Erklärungen sind einleuchtend. Führung macht sich hier völlig anders bemerkbar: Wer führen will
muss dienen können, eine Ansicht, über
die sich kaum jemand bisher Gedanken gemacht hat.
Die zweite Übung erfordert die innere Überwindung jedes einzelnen,
das Verlassen der "Komfortzone".
Denn es geht um den direkten Kontakt zum Pferd. Natürlich ist nicht jeder, der nun eines
der Friesenpferde "führen" kann, automatisch eine Führungskraft. Aber jeder,
der die Seminarübung absolviert, weiß, wo seine eigenen Stärken liegen und an welchen
Schwächen er gegebenenfalls arbeiten muss.
Anschließend geht es um die Frage der Sensibilität. Sehe ich, was
meinen Mitarbeiter gerade bewegt. Ist er offen für meine Anforderungen? Welche
Dominanzmittel stehen mir zur Verfügung? Oder ist alles nur Kooperation? Diese
Übung, Thema "Distanz und Nähe", ist der zentrale Abschnitt des Seminars. Denn
sie setzt mit unglaublicher Präzision und Geschwindigkeit Erkenntnisse über
Führungsqualitäten frei und deckt schonungslos Führungsdefizite auf. Die Ergebnisse
sind für die ausführenden Teilnehmer genauso überraschend, wie für die zuschauenden.
Bei dem einen offenbart sich ganz unverkennbar eine
Antreibermentalität, die dem Mitarbeiter keinerlei Pause gönnt. Beim nächsten zeigt
sich, dass er Schwierigkeiten beim eindeutigen Artikulieren seiner Anweisungen hat. Dem
Dritten läuft das Pferd davon, denn es gelingt ihm gar nicht erst, den notwendigen
"zwischenmenschlichen" Kontakt herzustellen. Und Führungsstrukturen, auf die er sich zurückziehen könnte,
gibt es hier nun mal nicht.
Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Beim zweiten
Pferd, das zum Einsatz kommt, funktioniert es plötzlich: Der gegenseitige
Respekt ist da, aus Distanz wird Nähe, das Pferd folgt wie durch eine
unsichtbare, mentale Verbindung. Pferd und Mensch wirken wie eine Einheit. Es
sieht aus, als würden sich beide schon seit langer Zeit kennen und vertrauen.
Im vierten Teil des Seminars geht es darum, sich selbst, das Pferd
und eines von drei möglichen Zielen realistisch einzuschätzen. Zum Abschluss ein
Erfolgserlebnis. Doch der Erfolg setzt vernünftige Planung und richtigen Umgang mit den
Ressourcen voraus. Und manchmal hilft es auch, nachträglich das Ziel zu modifizieren.
Das alles findet ohne Rollenspiel und ohne Psychodiskussion statt.
Die Erlebnisse wirken über die rechte Gehirnhälfte auf das Bewusstsein ein und
überschreiben vorhandene Bilder. Dem Feedback der Pferde kann sich niemand entziehen. Es
ist direkt, absolut eindeutig und vor allem ist es frei von jedem Hintergedanken.
Was nehmen die Teilnehmer mit in ihren Führungsalltag? Die
Erkenntnis, dass das erste Ziel jeder Führungstätigkeit das Herstellen einer Atmosphäre
des Vertrauens und des gegenseitigen Respektierens ist. Dass dies allein aber nicht
ausreicht, um vereinbarte oder vorgegebene Ziele zu erreichen. Dass es darauf ankommt,
sich aus einem Repertoire von integren, transparenten Verhaltensweisen intuitiv bedienen
zu können. Und dieses Repertoire kann nicht mechanisch von oben oder von außen
aufgefüllt werden. Es muss in der bewussten, persönlichen Auseinandersetzung mit den
täglichen Führungs- und Entscheidungsprozessen entstehen, erweitert und optimiert
werden.
Das Seminar ist hierfür die Initialzündung - nicht mehr,
aber auch nicht weniger.
Führung, Team und
Change
Das Pferd ist der Trainer. Diese
Aussage ist ernst gemeint. Und das ist das eigentlich Besondere an unserem
Seminarkonzept. Wir selbst sind "nur" für das Setting zuständig, für die
Atmosphäre, für die Unterlagen, für die Video-Aufnahmen, für Moderation der
Feedback-Runden und für den "Theorie-Input".
Mit anderen
Worten: wir begleiten Sie auf Ihrem individuellen, selbst bestimmten
Lernprozess. Die eigentliche Arbeit machen unsere Pferde. Sie können
experimentieren, sich ausprobieren - und zuschauen, wie es andere machen,
von ihnen lernen.
HorseDream
ist der Pionier der pferdegestützten Weiterbildung. Seit 1996 wird das
HorseDream Konzept
kontinuierlich weiter entwickelt. Dabei sind viele Erfahrungen aus dem
Berufsleben eingeflossen - und noch mehr Erfahrungen aus hunderten von
pferdegestützten Seminaren. Unser didaktischer Ansatz weicht weit ab von dem, was heute als
"üblich" bezeichnet wird.
Damit arbeiten wir offensichtlich
gegen den aktuellen Trainer-Status.
Das Kölner Institut für Lebensmotive hat knapp über 100 Trainer, die auch
als Coach arbeiten, mit der Lebensmotivanalyse von Steven Reiss analysiert (vgl.
wirtschaft + weiterbildung, 02_2010). Das Ergebnis: hohe Ausprägung der
Motive "Macht", "Status", "Neugier", "Beziehung" und "Anerkennung" - geringe
Ausprägung der Motive "Sparen, Sammeln", "Ehre", "Familie" und "emotionale
Ruhe".
Wir zitieren
aus dem Fazit: "Das hohe Anerkennungsmotiv lässt darauf schließen, dass
beim durchschnittlichen Trainer das Feedback der Teilnehmer einen höheren
Stellenwert einnehmen kann als der tatsächliche Lerneffekt der Teilnehmer.
Sein ausgeprägtes 'Macht'-Motiv kann für einen Trainer hilfreich sein, wenn
er vor einer Gruppe steht. Im Rahmen eines Coaching-Prozesses kann ihm sein
'Macht'-Motiv aber durchaus im Wege stehen. Der Coach soll im eigentlichen
Sinne nur begleiten und als Sparringspartner unterstützen, also höchstens
non-direkt führen. Menschen mit hohem Machtmotiv haben aber das Verlangen,
direkt Einfluss zu nehmen." (Frauke Ion, Markus Brand in wuw, 02_2010,
S. 32).
"Das Seminar
hat mit Pferden gar nichts zu tun", sagen wir am Anfang eines jeden
Trainings, "es geht nicht um Pferde, es geht um Menschen." Trotzdem ist das
Pferd das Wichtigste überhaupt hierbei, ohne Pferde wäre das Seminar gar
nichts. Das scheint ein Widerspruch zu sein: Sie werden erleben, wie er sich
auflöst.
Lesen Sie den
nachfolgenden Beitrag und schauen Sie sich das Video darunter an, um einen ersten
Eindruck zu erhalten. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne an (038292
820994) oder senden Sie uns eine E-Mail
(office@horsedream.com).
Alle Seminare finden statt auf Gut Klein Nienhagen in Kröpelin (OT Klein Nienhagen), 20 Minuten entfernt von den Ostseebädern
Heiligendamm, Kühlungsborn und Rerik.
Leitung: G&K (Gerhard J. Krebs und Karin C. Krebs).
Firmeninterne Trainings werden ebenfalls auf Gut Klein Nienhagen (oder bei unseren lizenzierten HorseDream Partnern in ganz Deutschland,
vielen Ländern Europas sowie in den USA und in Kanada durchgeführt.